Diese Einführung soll einen Überblick über den Aufbau und die Anwendung von LaTeX geben. Dabei wird der grundsätzliche Aufbau eines Dokuments beschrieben. Ferner wird auf den Dikumenttyp, die Papiertypen und den Mathematischen mods eingegangen.
Grundstruktur eines LaTeX-Dokumentes
Ein LaTeX-Dokument besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Aus- einer Präambel, dem Vorspann und
- dem Textteil, dem Body
\begin{document}
von dem Textteil (Body) getrennt. Das Dokument endet immer mit
\end{document}
Die Präambel
Die Präambel beinhaltet hauptsächlich Befehle, die für das gesamte Dokument gelten. Diese Befehle sind also global. Man kann sie aber selbstverständlich innerhalb des Dokumentes neu definieren und somit die globalen Parameter daduch wieder ändern.
Man sollte sich mit Änderungen zurückhalten und sich nur auf das beschränken, was man wissen muss.
Für den Anfang gibt es 3 wesentliche Fragen, die man sich stellen sollte:
- Was will ich schreiben?
Ein Buch oder einen (kurzen) Artikel? Die Antwort auf diese Frage legt den Aufbau der Seite fest. - Welche Blattgröße nehme ich?
Nehme ich z.B. DIN A4 oder Letterbox? Hier gibt es voreingestellte Werte, aber da TeX in Amerika entwickelt wurde, sind das amerikanische Blattmaße, die von den deutschen abweichen. - Welche Sprache und welche Formatierung benutze ich?
Bei den englischspachigen Schriftvorlagen gelten andere Regeln als bei den deutschen Schriftvorlagen, z.B. werden andere Texte für die Bildunterschriften genutzt.
Dokumentenklassen
Eine Dokumentenklasse wird duch\documentclass{Standardklassen}
eingestellt. Die Klasse ist eine Sammlung von TeX- und LaTeX-Befehlen. Diese Befehle stehen in der .cls (Class)-Datei Die Klasse muss eingestellt werden, um die Formatierung des Dokumentes festzulegen. Dabei gibt es eine Vielzahl von Klassen, die je nach LaTeX-Version variieren. Es gibt aber 6 Standardklassen, die bei jeder LaTeX-Version vorhanden sind:
- article
Ein Klasse für kleinere Artikel, wie z.B. bei Zeitschriften. Der Artikel kann mit oder ohne Titelseite sein und hat eine vereinfachte Gliederung. - report
Ähnlich der article-Klasse, hat aber mehr Gliederungsebenen und ist für längere Dokumente gedacht. - book
Die book-Klasse stellt eine Erweiterung der report-Klasse dar. Sie dient zur Fomatierung von Büchern Es wird z.B. ein zweiseitiger Druck unterstützt und ein Kapitelanfang ist immer auf einer neuen Seite. - proc
Proceedings sind Vorlagen für Briefings und Protokolle. Sie sind zweispaltig. - slides
"Slides" ist eine Vorlage für Overhead-Projektionsfolien und für Dias. - letter
Ist eine Klasse für Briefe.
Jede Klasse hat Standardoptionen, die genutzt werden können, um die Formatierung anzupassen:
- Papiergröße
Die Voreinstellung ist "letterpaper". Im deutschen Sprachraum muss hier die Option a4paper angegeben werden.
Option Abmessung Option Abmessung a4paper 297mm x 210mm legalpaper 14,0 x 8,5 Zoll b5paper 250mm x 176mm letterpaper 11,0 x 8,5 Zoll a5paper 210mm x 148mm executivepaper 14,0 x 8,5 Zoll
(Mögliche Papiergrößen bei Standardklassen)- Schriftgröße
Hier gibt es 3 Optionen: "10pt", "11pt" oder "12pt". Damit wird die Schriftgröße für das gesamte Dokument festgelegt. Gleichzeitig orientieren sich die Befehle für die Schritvergößerung daran. Z.B. ändert \huge eine 10pt große Schrift anders als eine 12pt große Schrift. Standardmäßig ist eine 10 Punkte hohe Schrift eingestellt. - Ein- zweireihig
Die zwei Klassenoptionen "onecolumn" oder "twocolumn" dienen der Setienformatierung und stellen ein einspaltiges bzw. zweispaltiges Seitenlayout dar. Standardmäßig ist "onecolumn" eingestellt. Mit den Befehlen\onecolumn
bzw.\twocolumn
kann die Option im Text abgeändert werden. Bei einem Wechsel der Darstellung fängt LaTeX jedoch eine neue Seite an. Mit dem multicolumn-Paket kann man das verhindern. Man kann hier den Abstand zwischen den beiden Reihen mit\setlength{\columnsep}{Betrag}oder durch einfaches Anhängen\columnsepbetrag %z.B. \columnsep10cm
ändern. Die Breite der vertikalen Linie zwischen den beiden Spalten kann man durch\setlength {\columnseprule}{Betrag}bzw.\columnseprulebetrag % z.B. \columnseprule2pt
einstellen. Voreinstellung ist 0cm, was einer unsichbaren Linie entspricht. - Ein- und zweiseitiger Druck
Mit der Option "oneside" bzw. "twoside" kann einseitiger bzw. zweiseitiger Druck eingestellt werden. Diese Option wichtig, da bei einem beidseitigen Druck die Textfelder genauso wie bei dem einseitigen Druck sein müssen. Bei dem beidseitigen Druck wird ein Bundsteg links auf der Vor- und rechts auf der Rückseite mit einbezogen.
Bei den Dokumentklassen "article", "report" und "letter" ist "oneside" eingestellt, die Klasse "book" hingegen nutzt die Einstellung "twoside". - Titelseite
Mit der Option "titlepage" bzw. "notitlepage" wird festgelegt, ob eine potentielle Titelseite eine eigene Seite bekommt oder nicht.
Bei der Klasse "article" wird keine Seite generiert. Die Klassen "book" und "report" nutzen eine Titelseite. - Randbalken
Hier gibt es zwei Optionen: "draft" und "final". "draft" zeigt alle nicht sauber abgeschlossenen Zeilenumbrüche mit einem fetten schwarzen Balken an. Wird "final" genutzt, verschwindet der Balken.
Die Standardeinstellung ist "final". - Nummerierung von Formeln
Mathematische Formeln werden normalerweise mit Nummern versehen und rechtsbündig dargestellt. Mit der Option "fleqn" werden diese Nummern linksbündig dargestellt. - Plazierung von Formeln
Normalerweise werden abgesetzte Formeln zentriert dargestellt. Durch die Option "fleqn" ist die Darstellung linksbündig formatiert. - Art des Literaturverzeichnisses
Die Option "openbib" bewirkt, dass das Literaturverzeichnis in einer vom Standard abweichenden Form gesetzt wird. - Querformat
Die Option "landscape" stellt ein Querformat ein. Diese Option funktioniert aber nur bei einem entsprechenden Druckertreiber.
Pakete
Pakete stellen neue Befehle für bestimmte Zwecke zur Verfügung. Teilweise werden auch LaTeX-Befehle umdefiniert. Bei LaTeX2e können auch Pakete Optionen haben. Pakete sind immer als .sty-Dateien realisiert. Sie werden immer mit\usepackage[Paketoptionen]{.sty-Datei ohne Endung}
eingebunden.Beispiel:
\usepackage[french, english, ngerman]{babel}
Hier werden die 3 Sprachen unterstützt. Dabei ist immer die letzte Option aktiv. Sollte jetzt z.B. die Sprache umgestellt werden, so kann das durch Eingabe von
\selectlanguage {gewünschte Sprache}
erreicht werden. Die Sprache wirkt die auch auf die Darstellung des Datums aus. Das kann man folgendermaßen "ausprobieren":
\today \selectlanguage {french} \today \selectlanguage {english} \today
Der Textteil (Body)
Der Textteil wird mit\begin{document}
eingeleitet und endet mit
\end{document}
Eingabemodi
LaTeX kennt die Texteingabe in drei unterschiedlichen Modi, im- Paragraphen-Modus
- LR-Modus
- und mathematischen Modus.
Der Normalfall ist der Paragraphenmodus. Der Text wird durch Zeilenumbrüche, Absätze und Seitenumbrüche strukturiert. Dieser Modus wird Standardmäßig genutzt.
Der LR-Modus ist dem Paragraphenmodus ähnlich. Die Texteingabe erfolgt als Eingabe der Wörter von links nach rechts. In diesem Modus kann aber kein Zeilenumbruch, Absatz oder Seitenumbruch stattfinden. Dieser Modus wird hauptsächlich benutzt, wenn kurze Textpassagen eingebettet werden. Bei Benutzung des Befehles \mbox wird er z.B. automatisch eingestellt.
Der mathematische Modus wird benötigt, um Formeln im Text unterzubringen. Die einfachste Art, eine Formel einzuleiten, ist $ Formel $, z.B.
$E=m*c^2$
Umlaute
Die Umlaute ö,ü,ä und ß werden durch "o, "u, "a und "s dargestellt. Durch die Benutzung des Paketes \usepackage[latin1]{inputenc}
können die Umlaute auch direkt eingegeben werden.Durch 8-Bit-Kodierte Zeichen können ebenfalls die Umlaute direkt eingegeben werden. Um sie nutzen zu können, kann folgender Parameter genutzt werden
\usepackage[T1]{fontenc}
Ältere Betrachter haben bei den erzeugten pdf-Dateien Probleme mit der Darstellung von 8-Bit-Kodierten Zeichen. Treten diese auf, kann der Parameter auch rausgenommen werden. Eine andere Alternative ist ein Update des Betrachtungsprogramms.
Wortabstand
Der natürliche Wortabstand zwischen zwei Wörtern kann durch ein oder mehrere Leerzeichen hervorgerufen werden.Zeilenumbruch
Ein Zeilenumbruch wird durch "\\" oder "\newline" erzwungen. Dabei handelt es sich dann um einen harten Zeilenumbruch.Neuer Absatz
Ein neuer Absatz wird durch mehrere Leerzeilen erzeugt. Der Befehl "\par" bewirkt dasselbe.




